ISS ODER STIRB – ODER AM BESTEN BEIDES

Wurst 1

Nachmittags in der kleinen Bäckerei in Prenzlauer Berg.

Die Salamibrötchen gucken übermüdet aus dem Glaskasten. Auch altersschwach. Man erkennt es an dem dunklen, ausgetrockneten Rand. Dem Käse, der sich eine Reihe weiter unten aufhält und sich verzweifelt an die Butter klammert, geht es auch nicht besser.
Es ist nicht wirklich mein Fall.
Eigentlich sogar ganz und gar nicht.
Die Bedienung mit dem dunkelbraunen, raspelkurzen Haar beäugt mich so kritisch wie ich ihre Brötchen.

Ich: „Die liegen hier schon ein Weilchen, was?“
Sie: „Seit achte.“
Ich: „So wirken die auch auf mich.“
Sie: „Iss doch wurscht. Im Magen sehen die doch sowie wieder ganz anders aus.“

Ich habe großen Respekt vor der Berliner Logik.

Einfach einmalig und immer folgerichtig.

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15 Antworten zu “ISS ODER STIRB – ODER AM BESTEN BEIDES

  1. Frag sie nach den Bananen! Die halten das paar Stundne länger aus. 🙂

  2. mensch, wegen dieser berliner logik kommen doch die ganzen touris in die stadt, oder zumindest fraulinde! schätz dich mal glücklich 🙂

    • Also gut, fraulinde… bei deinem nächsten Berlinbesuch bekommst du meine Spezialführung. Eine ganz besondere und individuelle Zusammenstellung der Liebenswürdigkeiten meiner Stadt, handverlesen sozusagen… ich denke wir fangen mit einer U-Bahnfahrt am Hermannplatz an… zum Aufwärmen. Du wirst am Ende nach deiner Mutter rufen. Denke an meine Worte…;-))))

      • Super, dass man so eine Erlebnisführung bei dir buchen kann 🙂 Sagst du dann zu den freundlichen Menschen auch, dass sie mal nett für ein Foto posieren können, damit ich im friedlichen Hildesheim was zum Vorzeigen habe? 🙂

      • Bei weiblichen Touristinnen sind sie nicht ganz so hart. Wobei… eine schusssichere Weste am Herrmannplatz zu tragen, wäre sicher empfehlenswert. Unter deinem Wintermantel sieht man die ja nicht. Ich mein ja nur, wenn du Wert auf Ästhetik legst…;-)))

  3. früher, im oschten, da hat man wenigstens noch paprikapulver auf die vertrockneten scheibenkäseränder gepulvert!

    • Das war, bevor die ausgehungerten Yuppies und Tekkies die Bäckereien gestürmt haben. Meinst du im Ernst, dass zwischen dem Bearbeiten eines Ipads und dem gleichzeitigen Telefonieren noch Zeit ist, um den Belag eines Brötchens zu kontrollieren? Niemals! Ich bin auf Schokolade umgestiegen. Geht auch.

      • ich finde ja ehrlich gesagt das Überangebot an Essen in Berlin ziemlich krass. Auf jedem noch so kleinen U-Bahnsteig gibt’s einen Fressstand, und das bis nachts um 23 Uhr. Wenn dir an der einen Station das Brötchen nicht gefällt, kommst du garantiert noch an fünf anderen Ständen vorbei. Versuche mal, in Hildesheim samstags nach 17 Uhr noch ein Brötchen zu bekommen, haha!

      • Dafür seid ihr in Hildesheim wahrscheinlich unter 50 Kilo schwer. Richtig? Während der schwergewichtige Berliner an sich schon Angst hat, seinen Balkon zu betreten.

      • äh, nee, ich wiege etwas mehr als 50 kg, aber ich als begeisterte Köchin kann mir bei entsprechenden Gelüsten selbst ein Brötchen backen.

  4. Genau deshalb bin ich gerne Berliner……

  5. Von Dir kann ich noch lernen.

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